Igelpflegestelle Claudia Ruane

Igelpflegestelle Claudia Ruane

Igel helfen, schützen und pflegen

Gemeinsam für unsere heimischen Igel

Igel sind faszinierende Wildtiere und wichtige Bewohner unserer Gärten. Doch ihr Lebensraum wird immer kleiner. Straßenverkehr, versiegelte Flächen, aufgeräumte Gärten und der Einsatz von Mährobotern machen ihnen das Leben zunehmend schwer.

Viele Igel finden nicht mehr genügend Nahrung oder sichere Verstecke. Manche werden verletzt, andere sind geschwächt oder krank und auf menschliche Hilfe angewiesen.

Meine Aufgabe ist es, diesen kleinen Stachelrittern zu helfen, sie fachgerecht zu versorgen und ihnen eine Chance auf ein gesundes Leben in Freiheit zu geben.

Igelhilfe – wenn Hilfe gebraucht wird

Nicht jeder Igel benötigt menschliche Unterstützung. Doch es gibt Situationen, in denen genaues Hinsehen und schnelles Handeln wichtig sind.

Ein Igel braucht möglicherweise Hilfe, wenn er:

  • am Tag unterwegs ist, verletzt ist oder deutliche Krankheitssymptome zeigt,
  • apathisch wirkt, schwankt oder kaum reagiert,
  • ungewöhnlich dünn ist oder eingefallene Flanken hat (Hungerknick),
  • von Fliegen umschwärmt wird oder Fliegeneier beziehungsweise Maden aufweist,
  • bei Kälte und Schnee geschwächt unterwegs ist.

Auch hilflose Jungigel benötigen manchmal Unterstützung. Nicht jeder kleine Igel ist jedoch automatisch verlassen oder hilfsbedürftig.

Wichtig

Beobachte das Tier aus sicherer Entfernung und hole im Zweifel Rat bei einer Igelpflegestelle oder einer tierärztlichen Praxis ein. Verletzte oder deutlich geschwächte Igel sollten rasch fachkundig versorgt werden.

Igelpflege – mit Geduld und Verantwortung

Ein hilfsbedürftiger Igel braucht Ruhe, Wärme, geeignetes Futter und eine sorgfältige Betreuung. Je nach Zustand sind eine tierärztliche Untersuchung, eine Kotuntersuchung und eine gezielte Behandlung notwendig.

In der Igelpflege werden die Tiere beobachtet, regelmäßig gewogen und entsprechend ihrem Gesundheitszustand versorgt. Dabei ist jeder Igel anders: Manche benötigen nur kurzfristige Unterstützung, andere eine längere Pflege und intensive Betreuung.

Mein Ziel ist es, jedem aufgenommenen Igel die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen, bis er wieder selbstständig und kräftig genug für ein Leben in der Natur ist.

Denn Igel sind Wildtiere – und sollen, wenn es ihr Zustand erlaubt, wieder in die Freiheit zurückkehren.

Igelschutz beginnt im eigenen Garten

Jeder kann dazu beitragen, den Lebensraum der Igel zu verbessern. Schon kleine Veränderungen machen einen großen Unterschied.

So wird dein Garten igelfreundlich:

  • Durchgänge schaffenEin Loch von etwa 13 × 13 cm im Zaun ermöglicht Igeln den Wechsel zwischen Gärten.
  • Laub und Reisig liegen lassenNaturnahe Ecken bieten Verstecke und Nistmöglichkeiten.
  • Wasser bereitstellenEine flache Schale mit frischem Wasser hilft besonders an warmen und trockenen Tagen.
  • Gefahren vermeidenKontrolliere Laub- und Reisighaufen vor dem Umschichten oder Verbrennen. Sichere Kellerschächte, Gruben und Teiche mit Ausstiegshilfen.
  • Mähroboter vermeidenLass Mähroboter besonders nachts ausgeschaltet, denn dann sind Igel unterwegs.
  • Auf Gift verzichtenSchneckenkorn und andere Gifte können Igel direkt oder indirekt gefährden.
13 cm 13 cm
Der Durchgang im Zaun misst etwa 13 × 13 cm und liegt direkt am Boden.

Viele Gärten – ein gemeinsamer Lebensraum

Igel legen auf ihren nächtlichen Streifzügen oft weite Strecken zurück, um Nahrung, Unterschlupf und einen Partner zu finden. Sind Gärten durch undurchlässige Zäune getrennt, müssen sie Umwege machen und geraten häufiger in gefährliche Situationen.

Ein igelfreundlicher Garten muss nicht perfekt aufgeräumt sein. Laub, heimische Pflanzen, wilde Ecken und offene Durchgänge helfen, einen wertvollen Lebensraum zu schaffen.

Füttern mit Verantwortung

Zusätzliches Futter kann für hilfsbedürftige Igel sinnvoll sein, ersetzt aber keine fachkundige Pflege.

Geeignet

  • Hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil (63 %)
  • Geeignete Insekten wie Soldatenfliegenlarven
  • Frisches Wasser, immer bereitgestellt

Bitte niemals

  • Milch
  • Brot
  • Gewürzte Speisereste

Futterplätze sollten sauber gehalten und vor Katzen sowie anderen Tieren möglichst geschützt werden.

Gesunde Igel benötigen nicht automatisch eine Futterstelle, sie unterstützt sie aber sehr. Ein naturnaher Garten mit ausreichend natürlichen Nahrungsquellen ist langfristig die beste Unterstützung.

Mein Wunsch: Mehr Verständnis für Igel

Igel brauchen Menschen, die hinschauen, Gefahren erkennen und ihren Lebensraum schützen. Jeder gerettete Igel zählt – aber noch besser ist es, wenn Igel gar nicht erst in Not geraten.

Mit Aufklärung, verantwortungsvoller Pflege und einem igelfreundlichen Garten können wir gemeinsam viel erreichen.

Hilf mit, unsere Igel zu schützen. Jeder kleine Beitrag zählt!

Du hast einen hilfsbedürftigen Igel gefunden?

Bitte hole dir fachkundigen Rat, bevor du eigenständig das Tier über längere Zeit versorgst.

Kontakt [email protected]